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Das Anblasen der Flamme

 

Man sollte meinen, dass der schwierigste Teil des Feuerbohrens nun hinter dir liegt, aber das ist leider nur die halbe Wahrheit!

Denn aus dem kleinen Glutnest das du so mühsam gebohrt hast, eine Flamme zu züchten, ist noch mal ein eigenes Problem.

 

Aber: Auch das ist möglich und kein Hexenwerk. Schliesslich haben die Menschen viele tausend Jahre ohne Streichhölzer Feuer gemacht und dazu gehörte immer der Zunder und das Anblasen.

 

Das Stichwort ist gefallen: Zunder

 

In vielen Pfadfinderbüchern findest du ein Kapitel über Zunder. Meistens sind die Zutaten allerdings schwer zu besorgen oder die Herstellung des Zunders dann eine echte Kunst. Deshalb stelle ich dir heute einen Zunder vor, den du leicht finden kannst und der todsicher funktioniert. Auch stehen die Zutaten nicht unter Naturschutz, was bei Weidenkätzchen, Zunderschwamm und Rohrkolben der Fall ist!

 

Du benötigst ganz einfach:

1. Buchenblüten

2. trockenes Stroh

 

1. Die Blüten

Die Blüten findest du im Frühjahr im Buchenwald oder unter den Buchen in deiner Nachbarschaft. Sie sind sehr flockig und wehen zu hellbraunen Haufen zusammen. Von diesen Blüten sammelst du dir bei trockenem Wetter eine Tüte voll, füllst sie in einen genügend grossen Karton und lässt sie an einem luftigen Ort so lange stehen, bis sie wirklich trocken sind. In der Sonne oder im Heizungsraum ist das in zwei Tagen der Fall.

 

2. Das trockene Stroh

Das trockene Stroh bekommst du bei jedem Bauern geschenkt, wenn du höflich danach fragst. Dass du bei solcher Gelegenheit dein Klufthemd trägst, versteht sich wohl von selbst...

 

Zum Anblasen müssen Blüten und Stroh bereitliegen, zum Zusammensuchen aus Karton und Tüte ist dann keine Zeit mehr! Also legst du schon vor dem Feuerbohren alle „Zutaten“ zu Deinem Feuer bereit, natürlich auch genügend trockenes gespaltenes Holz....

 

Wo waren wir?....

Du hast nun also ein etwa pfenniggrosses Stück Glut auf einem Stückchen Birkenrinde vor dir liegen und der Schweiß steht dir auf der Stirn. Gleich wirst du auch noch husten müssen, denn was nun folgt, ist eine qualmige Angelegenheit.

 

Die Birkenrinde liegt auf dem Fussboden vor dir, du kniest davor. Du nimmst nun eine kleine Handvoll von den Buchenblüten und hältst sie mit lockerer Hand auf die Glut. Du solltest dabei nicht zu sehr draufdrücken, sonst verbrennst du dir schnell die Finger. Nun beginnst du von der Seite stetig in die Glut zu blasen, die ganz unter den Blüten verborgen ist. Dabei musst du vorsichtig sein, sonst bläst du zu stark und das glühende Holzmehl verteilt sich wie Staub und die Glut ist dahin. Machst du es richtig, werden die Blüten aber schnell anfangen, ebenfalls zu glühen, und zwar sehr heiss! Sobald Sie die Glut aufgenommen haben, greifst du eine gute Handvoll Stroh und hältst sie als lockeres Bündel über die Blüten.

 

Und nun musst du sehr kräftig blasen, wobei du aufpassen musst, dass du nicht zu viel pustest, sonst kippst du um, also Vorsicht. Eine gute Hilfe kann ein 30 - 40 cm langer ausgehöhlter Holunderzweig sein, der lenkt den Luftstrom sehr gezielt in die Glut, du benötigst dann weniger Luft und atmest auch weniger Qualm ein. Vielleicht gelingt das Anblasen nicht gleich beim ersten Mal und die Glut erlischt dir. Wenn du aber ein bisschen übst und die benötigten Mengen an Blüten und Stroh erst einmal heraus hast, wirst du sehr schnell zum Erfolg kommen und aus dem Stroh werden wunderbare helle Flammen schlagen, die du mit bereitgelegtem dünnen Reisig zu einem kleinen Feuer nähren wirst. Und ich verspreche dir: ein Feuer, das du auf diese Weise selbst entzündet hast, wird dir nicht nur dein Essen und deine kalten Hände wärmen, sondern auch dein Herz!

 

Lars Reimann